Geplant wird der Start. Für den Betrieb danach fehlt der Verantwortliche.

Eine Einordnung der Woche, geschrieben auf Grundlage der Branchenmeldungen, die in dieser Woche auf der News-Seite zusammengestellt waren.

Auswahl, Pilot, Schulung: dafür gibt es in den Projekten, die ich kenne, einen Plan und einen Verantwortlichen. Für den Betrieb danach habe ich selten jemanden zuständig gesehen. Die Beiträge dieser Woche zeigen mir dasselbe Muster an unterschiedlichen Stellen, und in einem Punkt bin ich sicher: Über den Nutzen eines Vorhabens entscheidet nicht der Start, sondern das, was danach kommt.

KI im Betrieb: der Nutzen verschwindet ohne Alarm

In einer Umfrage unter Bankverantwortlichen berichten die Häuser von Produktivitätsgewinnen, während Beschäftigte die Ergebnisse der Systeme wieder korrigieren, weil der Prozess nicht richtig aufgesetzt war. Ob nach dem Start erneut gemessen wird, steht in den mir vorliegenden Zusammenfassungen nicht. Ein zweiter Beitrag beschreibt den Fall, dass sich Modell und Prompt geändert haben und offenbleibt, ob der Agent danach besser oder schlechter arbeitet. Für mich ist das die unangenehme Variante eines Problems: Es stürzt nichts ab, es wird ungenau. Verschleiß dieser Art fällt in meiner Erfahrung erst auf, wenn er teuer geworden ist.

Der Engpass wandert von der Produktion zur Kontrolle

Ein Muster, das ich kenne: Wenn mehr erzeugt wird, als geprüft werden kann, verschiebt sich der Engpass von der Produktion zur Kontrolle. Der Beitrag dazu beschreibt genau diesen Fall, Prüfkapazität und Auslieferung kommen mit der Menge nicht mehr mit. Bei Automatisierungsvorhaben sehe ich dasselbe: Der Engpass sitzt am Ende der Kette, dort, wo niemand mehr genau hinsieht. Wer einen Prozess standardisiert, sollte deshalb vorher festlegen, wer die Ergebnisse prüft, wenn er sie später nicht mehr selbst sieht.

Führung: die Wirkung liegt hinter dem Programm

Ein Führungsprogramm kann erfolgreich sein und das Verhalten trotzdem nicht ändern. Ein zweiter Beitrag nennt den Grund im Verhältnis: Führung und Gefolgschaft bedingen sich gegenseitig. Aus meiner Sicht heißt das: Entwickelt wird nur die Führungsseite, und der Teil ohne Verantwortlichen, der den Nutzen trägt, bleibt dabei unbetreut. Wer eine Führungskraft in eine neue Rolle bringt, sollte deshalb den Start planen und die Zeit danach. Diese Zeit braucht einen Verantwortlichen.

Was ich daraus für Projekte mitnehme

In einen Betriebsplan gehören drei Dinge: ein Messpunkt Wochen nach dem Start, eine benannte Person für diesen Messpunkt und ein Kriterium, ab dem nachgesteuert wird. Es ist der Unterschied zwischen einem Vorhaben, das wirkt, und einem, das abgehakt wird.

Woran würden Sie merken, dass Ihr letztes Vorhaben im Betrieb nicht mehr wirkt?

Berthold Plenter, Mindset Consulting. Technische Projekte erfolgreich machen.

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Diese Ausgabe gibt es auch auf Englisch: Weekly review: We plan the start. Nobody owns operations..