Vom Fachexperten zur Führungskraft — der Übergang, den kaum jemand vorbereitet

Der Übergang vom Fachexperten zur Führungskraft ist einer der Wendepunkte im Berufsleben, und einer der am wenigsten vorbereiteten. Aus technischen Organisationen ist mir dieser Übergang über Jahre immer wieder begegnet: hervorragende Fachleute übernehmen Teams, und plötzlich funktioniert genau das nicht mehr, worin sie stark waren.

Die Frage

Was verändert sich mit der Führungsaufgabe wirklich? Und woran scheitern gute Fachleute dabei?

Was sich verändert

  • Das Maß der Dinge: Als Experte wurde man für eigene Lösungen geschätzt. Als Führungskraft wird man dafür geschätzt, dass andere Lösungen finden.
  • Der Zeithorizont: Experten denken im Tagesgeschäft. Führungskräfte denken in Monaten, und die Gegenwart läuft trotzdem weiter.
  • Die Sprache: Nach oben übersetzen (Was braucht die Organisation?), nach unten übersetzen (Was heißt das konkret?). Beides gleichzeitig.
  • Die Verantwortung: Verantwortung übergeben statt behalten. Wer alles selbst löst, bildet niemanden aus und wird selbst zum Engpass.

Was hilft

  • Rollen und Erwartungen früh klären: mit dem Team, nicht über das Team.
  • Regelmäßige, kurze Abstimmungen statt seltenen Großbesprechungen.
  • Konflikte als Teil der Zusammenarbeit sehen und ansprechen, statt sie zu vermeiden.
  • Sich selbst erlauben, nicht mehr die beste technische Antwort zu haben.

Führung in technischen Umfeldern heißt nicht, die Expertise abzugeben. Es heißt, die eigene Expertise so einzusetzen, dass andere wachsen.

Sie stehen vor diesem Übergang oder stecken mitten drin? Ein Gespräch hilft, die eigene Situation einzuordnen.

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