Warum machen manche Organisationen etwas, und andere werden es? Simon Sineks Golden Circle beantwortet das mit drei Kreisen: WHY, HOW, WHAT. Nach Jahren in technischen Organisationen und eigener Beratung halte ich ihn für eines der nützlichsten Denkmuster, wenn man ihn richtig benutzt. Und meistens wird er falsch benutzt.
Die Frage
Worum es wirklich geht: Was macht das „Warum“ zur Arbeitsgrundlage statt zur Werbezeile?
Die drei Kreise — konkret
- WHY — Der Grund: Warum existiert das Unternehmen oder das Team? Nicht der Gewinn, der ist ein Ergebnis. Sondern die Überzeugung, die dahinter steht.
- HOW — Die Prinzipien: Wie wird gearbeitet, um das Warum zu leben? Das sind die unterscheidenden Werte im Alltag, nicht auf dem Poster.
- WHAT — Das Ergebnis: Was entsteht konkret daraus: Produkte, Dienstleistungen, Verhalten.
Der häufigste Missbrauch
Viele Organisationen formulieren ein emotionales WHY und leben danach genau so weiter wie vorher. Das Warum ist dann eine Werbezeile. Sinnvoll wird es erst, wenn es drei Prüfungen besteht:
- Entscheidungen sind daran messbar: Wurde in der letzten großen Entscheidung danach entschieden?
- Es ist im Alltag spürbar: Können Mitarbeitende es beschreiben, ohne das Poster zu zitieren?
- Es unterscheidet: Würde ein Wettbewerber dasselbe WHY schreiben können?
Praktische Schlussfolgerungen
- Beginnen Sie mit dem Warum, und zwar nach innen zuerst.
- Testen Sie das WHY an echten Entscheidungen, nicht an Marketingtexten.
- Wenn das WHY nicht trägt: Zuerst prüfen, ob es das richtige ist, oder ob es einfach fehlt.
Wofür steht Ihr Unternehmen, und merkt man es an den Entscheidungen? Ein Gespräch bringt das auf den Punkt.